Kenia

Das Technologie-Ökosystem Kenias ist bekannt als "Silicon Savannah". Eine Vielzahl an IT-Expertinnen und Experten sowie große Tech-Unternehmen wie Microsoft, Intel, IBM oder Google haben sich dort niedergelassen. Über 1.000 Start-ups und Innovationshubs locken jedes Jahr einige der größten Investitionen auf dem afrikanischen Kontinent an und tragen zum raschen Wachstum der kenianischen Digitalwirtschaft bei.

Im November 2023 haben kenianische und deutsche Regierungsvertreter offiziell den Deutsch-Kenianischen Digitaldialog gestartet. Bei einem Treffen in Berlin unterzeichneten der Bundesminister für Digitales und Verkehr, Dr. Volker Wissing, und der kenianische Minister für Information, Kommunikation und digitale Wirtschaft, Eliud Owalo, eine Absichtserklärung zwischen beiden Ländern. Damit wurde der Grundstein für die bilaterale Zusammenarbeit in der Digitalpolitik und der digitalen Transformation gelegt.

Minister Owalo und Minister Wissing unterzeichneten die Absichtserklärung zum Deutsch-Kenianischen Digitaldialog. © Jakob Tillmann

Seit seiner Gründung hat der Deutsch-Kenianische Digitaldialog zahlreiche Projekte und Kooperationen angestoßen. Hier sind einige Highlights:

Kenias Open-Source-Ökosystem: Aufbau der unternehmerischen Zusammenarbeit

Kenias wachsende Entwickler-Community und das lebendige Tech-Ökosystem bieten großes Potenzial für die Zusammenarbeit im Bereich Open-Source-Software und -Fachkräfte. Im Juni 2025 unternahm die deutsche Open Source Business Alliance (OSBA) im Rahmen des Deutsch-Kenianischen Digitaldialogs eine Delegationsreise nach Kenia. Die Delegation tauschte sich mit lokalen Innovationshubs, Unternehmen und Regierungsvertreterinnen und -vertretern aus, um Partnerschaften in den Bereichen Open-Source-Entwicklung, IT-Outsourcing und digitale Infrastruktur auszuloten. Im Zuge der Reise vernetzten sich deutsche und kenianische Unternehmen, um im Bereich Personalbeschaffung zu kooperieren, Wissen auszutauschen und Investitionen zu fördern. Die Stärkung von Kenias Open-Source-Ökosystem trägt zur digitalen Souveränität und zur Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze bei und eröffnet zugleich neue Potenziale für die bilaterale Zusammenarbeit an offenen und resilienten digitalen Infrastrukturen.

IT-Outsourcing: Ungenutztes Potenzial zwischen Kenia und Deutschland

Deutschland kämpft aufgrund des demografischen Wandels mit Fachkräftemangel im IKT-Sektor. Kenia hingegen verfügt über junge, gut ausgebildete Arbeitskräfte im Tech-Bereich. Im Januar 2026 brachte die Deutsch-Kenianische Arbeitsgruppe zu Global Business Services Expertinnen und Experten aus beiden Ländern zusammen, um aktuelle Arbeitsmarkttrends zu diskutieren. Begleitet wurde der Austausch von einer Studie der Friedrich-Naumann-Stiftung und des Trends and Insights for Africa Institute zum Thema "Ethisches Outsourcing". Dabei zeigten sich starke Komplementaritäten zwischen den beiden Arbeitsmärkten sowie konkrete Wege, wie deutsche Unternehmen über Remote-Arbeit und lokale Partnerschaften Zugang zu kenianischen Arbeitskräften erhalten können. Ethisches IT-Outsourcing schafft Win-win-Situationen: Es begegnet dem Fachkräftemangel in Deutschland und schafft zugleich hochwertige Arbeitsplätze und Wachstum in Kenias Digitalwirtschaft.

 

Konferenzrednerinnen und -redner stellen ihre Projekte zur Stadtentwicklung vor. © Margaret Mwihaki / Light in Captivity

Konferenz zu datenbasierter urbaner Entwicklung

Weltweit nutzen Städte Daten, um Dienstleistungen zu verbessern und die städtische Lebensqualität zu steigern. Im Februar 2024 richteten Deutschland und Kenia gemeinsam die Veranstaltung "Data-Driven Cities: Conference for the Urban Common Good" in Nairobi aus, an der über 180 internationale Akteure teilnahmen. Sie brachte Expertinnen und Experten aus Regierung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, die gemeinsam über Datenstrategien, Plattformen und urbane Innovationsprojekte diskutierten. Die Konferenz förderte den länderübergreifenden Wissensaustausch und mündete in gemeinsam entwickelten Empfehlungen für die Deutsch-Kenianische Zusammenarbeit. Durch eine stärkere Zusammenarbeit im Bereich datenbasierter Stadtentwicklung können Städte lebenswerter und nachhaltiger werden. Und sie können zeigen, wie digitale Transformation einen konkreten Mehrwert für die Öffentlichkeit schaffen kann.

 

Erfahren Sie hier mehr über die Aktivitäten im Rahmen des Deutsch-Kenianischen Digitaldialogs!

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