NASSCOM-Besuch in Deutschland: Förderung der deutsch-indischen Partnerschaft
Indien
Das Ziel der Veranstaltung war die Förderung des bilateralen Handels und der Investitionen in den Technologiesektor und die digitale Verwaltung von Indien und Deutschland. Vertreterinnen und Vertreter der Regierungen, Industrie und relevanter Verbände nahmen an der Veranstaltung teil, um sich zu möglichen Kooperationen auszutauschen.
Die Veranstaltung umfasste Präsentationen sowie eine Podiumsdiskussion. Dr. Dinesh Antil, Erster Sekretär für Wirtschaft und Handel an der Indischen Botschaft, setzte sich in seiner Eröffnungsrede für eine offene digitale Wirtschaft ein. Er skizzierte Indiens globale technologische Präsenz und betonte die Zusammenarbeit des Landes sowohl mit dem Globalen Süden als auch mit der Europäischen Union, insbesondere im Bereich der digitalen öffentlichen Infrastruktur (DPI). Schließlich hob Dr. Antil die große Bedeutung des Deutsch-Indischen Digitaldialogs hervor.
Deutschlands Mittelstand trifft auf die indische IT-Branche
Rachita Bhandari, stellvertretende Leiterin der Mission an der Indischen Botschaft, betonte das erhebliche Potenzial der deutsch-indischen Zusammenarbeit, insbesondere im Hinblick auf den Bedarf Deutschlands an qualifizierten Fachleuten aus der IT-Branche Indiens. Sie erwähnte den Arbeitsplan 2023-24 des Deutsch-Indischen Digitaldialogs, der unter anderem die Themen Elektronikfertigung und Zusammenarbeit von Unternehmen umfasst.
Dr. Irina Soeffky, Leiterin der Abteilung Nationale, Europäische und Internationale Digitalpolitik im Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV), stellte heraus, dass sowohl Deutschland als auch Indien vom gegenseitigen Austausch profitieren. Sie erkannte auch die Synergien zwischen GovStack in der EU und IndiaStack an - zwei Initiativen, die sich der Förderung der digitalen Transformation von Regierungsdienstleistungen verschrieben haben.
Shivendra Singh, Vizepräsident und Leiter der globalen Handelsentwicklung bei NASSCOM, beleuchtete die exportorientierte Ausrichtung der indischen Tech-Branche. Singh hob die bedeutenden Beschäftigungsmöglichkeiten hervor, die deutsche Unternehmen in Indien schaffen. Außerdem erklärte er, dass es wichtig sei, Ausbildungen von Fachkräften gegenseitig anzuerkennen.
Andreas Jahn, Vorstandsmitglied des BVMW, beschrieb kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) als Rückgrat der Wirtschaft eines Landes sowie als Treiber für Innovation. Darüber hinaus unterstrich er das große, teilweise ungenutzte Potenzial bilateraler Zusammenarbeit in den Bereichen IT und digitale Technologie.
Das Potenzial von digitaler öffentlicher Infrastruktur für die deutsch-indische Zusammenarbeit
Eine Podiumsdiskussion mit vier Experten folgte, moderiert von Dr. Marc Lendermann, Referatsleiter Bilaterale Digitalpolitik und Digitaldialoge des BMDV. Das Panel konzentrierte sich auf das Potenzial von digitaler öffentlicher Infrastruktur (digital public infrastructure - DPI) als Katalysator für die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Indien und Deutschland.
Stefan Halusa, Geschäftsführer der Deutsch-Indischen Handelskammer, wies darauf hin, dass der öffentliche Sektor robuste Rahmenbedingungen für DPI schaffen muss, um die Interoperabilität, Sicherheit und Zugänglichkeit digitaler Dienste zu gewährleisten. Halusa betonte insbesondere den Wert des Unified Payment Interface (UPI), einem indischen Sofortzahlungssystem, von dem kleinere Unternehmen profitieren. Er schlug vor, dass der öffentliche Sektor Anreize für KMU schafft, sich aktiv am DPI-Ökosystem zu beteiligen.
Dr. Robert Hermann, Geschäftsführer von Germany Trade and Invest (GTAI), illustrierte verschiedene Möglichkeiten zur Verbesserung des internationalen Handels und der Investitionen durch DPI. Er erwähnte die deutsche Gigabit-Initiative, die darauf abzielt, den Zugang zu 5G sowie die Standards für 5G auszubauen - entscheidend für Industrie 4.0. Dr. Hermann bezog sich auch auf GaiaX: Dieses Datenökosystem bietet Unternehmen die Möglichkeit zur Zusammenarbeit bei gemeinsamen Verpflichtungen zu EU-Datenschutzstandards. Die de:hub-Initiative ist ein drittes Beispiel: Sie bündelt digitale Hubs und erleichtert die Interaktion zwischen indischen Technologieunternehmen und KMU in Deutschland.
Upen Barve, Vizepräsident des Future Hub bei SAP, betonte zusätzlich den Wert von DPI bei der Förderung von Inklusion im digitalen Ökosystem. Bhuwan Agrawal, Regionalleiter Mitteleuropa bei Tata Consultancy Services, betonte, dass die Interoperabilität von DPI ein Katalysator für den globalen Handel sein kann. Er schlug vor, bei der Entwicklung von DPI die einzigartigen Stärken jedes Landes zu nutzen - unter anderem die IT-Fähigkeiten Indiens und das Ingenieurtalent Deutschlands.
Abschließend zeigte die Veranstaltung, dass es großes Potenzial für den Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit gibt. Der Deutsch-Indische Digitaldialog wird weiterhin den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Stakeholdern fördern.
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