Kanada und Deutschland stärken ihre KI-Zusammenarbeit für mehr technologische Souveränität bei der ALL IN

Vom 16. bis 17. September 2026 nahmen eine deutsche Wirtschaftsdelegation sowie eine Delegation des Bundesministeriums für Digitalisierung und Staatsmodernisierung (BMDS) an der ALL IN teil, Kanadas größter KI- und Tech-Veranstaltung in Montréal. Als „Country of Honour“ stellte Deutschland sein KI-Ökosystem im deutschen Pavillon vor. Zwei produktive Tage mündeten in einer Vertiefung der kanadisch-deutschen KI-Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen.

Minister Wildberger im Gespräch mit Minister Solomon, Aidan Gomez (Cohere) und Samuel Weinbach (Aleph Alpha Research).
Minister Wildberger im Gespräch mit Minister Solomon, Aidan Gomez (Cohere) und Samuel Weinbach (Aleph Alpha Research). © Jens Oellermann / BMDS

Aufbauend auf der im Dezember 2025 ins Leben gerufenen Deutsch-Kanadischen Digital-Allianz war Bundesminister Dr. Karsten Wildberger (BMDS) an der ALL IN vertreten, um die digitalpolitische Zusammenarbeit mit Kanada weiter zu vertiefen. Minister Wildberger wurde von einer Wirtschaftsdelegation mit über 20 Vertreterinnen und Vertretern deutscher Organisationen aus dem KI-Sektor begleitet.

Die Delegation brachte ihre Anliegen und Themen für die politische Zusammenarbeit ein und tauschte sich mit kanadischen Partnern aus. Darüber hinaus präsentierten deutsche Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen der öffentlichen Hand ihre Arbeit im deutschen Pavillon. Der Pavillon diente als Treffpunkt und Plattform für deutsch-kanadische KI-Zusammenarbeit.

Während der zwei Tage unterzeichneten beide Regierungen sowie Unternehmen und Forschungsorganisationen beider Länder mehrere Abkommen für eine stärkere Partnerschaft.

Ankündigung der gemeinsamen Förderung von LawZero auf der ALL IN.
Ankündigung der gemeinsamen Förderung von LawZero auf der ALL IN. © Jens Oellermann / BMDS

Regierungen vertiefen Beziehungen: Sovereign Tech Alliance und LawZero

Am Rande der ALL IN hielten Minister Wildberger und der kanadische Minister für Künstliche Intelligenz und Digitale Innovation, Evan Solomon, das ersten Treffen der Sovereign Tech Alliance (STA) ab. Die STA wurde im Februar 2026 angekündigt. Sie zielt darauf ab, die Zusammenarbeit mit Ländern und Organisationen zu fördern, die die Vision eines vielfältigen und vertrauenswürdigen KI-Ökosystems teilen. Als Ergebnis des Treffens vereinbarten Kanada und Deutschland, in den kommenden Monaten weitere Gründungsmitglieder aufzunehmen.

In einer weiteren Ankündigung gaben beide Minister ihren Plan bekannt, das gemeinnützige Start-up LawZero mit einer gemeinsamen Förderung von 300 Millionen CAD zu unterstützen. LawZero hat seinen Sitz in Montréal und wurde von Yoshua Bengio gegründet, einem der Pioniere der KI-Forschung. Seine gemeinnützige Organisation verfolgt das Ziel, KI zu entwickeln, die „safe-by-design“ ist und transparenter und wahrheitsgetreuer als die meisten autonomen KI-Agenten von heute. Die Investition Kanadas und Deutschlands wird LawZero dabei helfen, sein Forschungsteam zu vergrößern, Rechenkapazitäten zu sichern und ein neues Büro in Deutschland zu finanzieren.

Diese Vereinbarungen unterstreichen die enge Partnerschaft zwischen der kanadischen und der deutschen Regierung bei der Gestaltung einer digitalen Zukunft, die auf den gemeinsamen Werten von Demokratie und technologischer Souveränität beruht.

Unterzeichnung der Forschungskooperation von DFKI und Mila.
Unterzeichnung der Forschungskooperation von DFKI und Mila. © Jens Oellermann / BMDS

Zusammenarbeit in Wirtschaft und Forschung: Neuer transatlantischer KI-Champion und KI-Forschungspartnerschaft

Auch Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Kanada und Deutschland haben ihre Zusammenarbeit auf der ALL IN intensiviert. Das deutsche KI-Start-up Aleph Alpha und das kanadische KI-Unternehmen Cohere unterzeichneten eine Fusionsvereinbarung und werden künftig als ein Unternehmen unter der Marke Cohere mit Hauptsitzen in Toronto und Berlin operieren. Der Standort von Aleph Alpha in Heidelberg wird als Forschungszentrum fungieren. Mit der Fusion wollen beide Unternehmen das größte KI-Unternehmen außerhalb der USA und Chinas schaffen und so einen bedeutenden Schritt in Richtung mehr Souveränität gehen.

Darüber hinaus vereinbarten die beiden wichtigsten KI-Forschungsinstitute Kanadas und Deutschlands, ihre Partnerschaft auszubauen. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und das kanadische Forschungsinstitut Mila unterzeichneten eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei gemeinsamen Forschungsprojekten. Im Mittelpunkt werden die Entwicklung sicherer und vertrauenswürdiger KI-Systeme und agentischer KI sowie der Energiesektor stehen. Die transatlantische Bündelung von Forschungsstärken stellt sicher, dass zentrales Wissen über Schlüsseltechnologien unter Partnern entsteht, die gemeinsame Werte teilen.

Insgesamt haben die zwei Tage in Montréal die Deutsch-Kanadische Digital-Allianz weiter mit Leben gefüllt. Die vertiefte Zusammenarbeit von Regierungen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen ist ein wichtiger Schritt, um die KI-Ökosysteme und Volkswirtschaften Kanadas und Deutschlands zu stärken.  

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